Island '05 -wir wagten erneut das Abenteuer



26.08.2005 Reykjavik - Selfoss

Die Ryolithberge von Landmannalaugar Erste Station war, wie im letzten Jahr, Thingvellir. Diesmal ließen wir uns allerdings mehr Zeit bei der Erkundung dieses plattentektonischen Meisterwerks der Natur. Wir wanderten den Weg, der durch die Almannagjá (Schlucht aller Männer)führt, entlang, bis wir am Ende nach einem kleinen Aufstieg zum öxarárfoss kamen.
Beim öxarárfoss handelt es sich um einen kleinen Wasserfall, der im Mittelalter künstlich angelegt wurde, um die Trinkwasserversorgung des Althings, der gemeinsamen Volksversammlung zu sichern. Als eines Tages die Schneide der Axt angespült wurde, durch die eine böse Riesin von einem mutigen Seefahrer erschlagen worden war, erhielt der Fluss und damit der Wasserfall seinen Namen - öxarár(-foss).
über das Thermalgebiet Haukadalur und den Gullfoss fuhren wir diesmal weiter ins Hochland. Ziel war Landmannalaugar. Einen kurzen Stopp legten wir am Fuße der Hekla ein, einem Spaltenvulkan (1491m). Die Hekla gilt als der gefährlichste Vulkan Islands. Im Schnitt bricht er alle 10 Jahre aus - zuletzt im Februar 2000. Im Mittelalter galt die Hekla in ganz Europa wegen den massiven Ausbrüchen als Tor zur Hölle und tatsächlich wurde vielen Isländern in früheren Zeiten der Vulkan zum Verhängnis.
Nach einer kleinen Pause in der mit Hekla-Bims bedeckten Einöde, fuhren wir weiter Richtung Landmannalaugar. Die schmale Weg führte entlang farbenprächtiger Berge, durch schöne Täler und auch durch die ersten Furten unserer Reise. Diese waren jedoch noch recht klein und so kamen wir letzten Endes in Landmannalaugar (die heißen Quellen der Männer vom Land) an. Die heißen Quellen liegen inmitten herrlicher Ryolithberge (Ryolith: kieselsäurehaltiges, rötlich- bis gelblich-braunes Gestein). Das warme Wasser lädt zum Baden ein. Die Rückfahrt führte über die gleiche Straße zurück, bis wir abends in unserer heutigen Unterkunft in Selfoss ankamen.


27.08.2005 Selfoss - Hunkubakkar


28.08.2005 Hunkubakkar - Nesjahverfi

Die Gletscherlagune Jökulsárlón Dieser Tag führte uns, nachdem wir das abfallende Nummernschild endgültig abmontiert hatten, in den Skaftafell-Nationalpark. In dem von Gletschern umrahmten Naurschutzgebiet gibt es zahlreiche kleine Bäume und Sträucher und viele verschiedene Vogelarten. Bei der folgenden Wanderung führte uns der schmale Weg vorbei am Hundafoss zum von Basaltsäulen umgebenen Svartifoss. In der hier herrschenden Ruhe, die nur vom Plätschern des herabstürzenden Wasser gestört wird, genossen wir die kurze Rast. Wir verließen nur ungern dieses wunderschöne Fleckchen Erde und wanderten zum Auto zurück.
Unser letztes Ziel war die Gletscherlagune Jökulsárlón. Nach der Fahrt über eine einspurige Brücke erreicht man den Parkplatz. Bei einer kleinen Runde entlang der Lagune sieht man zahlreiche Eisberge. Mit etwas Glück sieht man hier auch Seehunde, die vom nur 1500m entfernten Meer in die Lagune schwimmen. Hier weht zumeist ein kräftiger, eiskalter Wind aus nördlicher Richtung (vom Vatnajökull kommend).


29.08.2005 Nesjahverfi - Egilsstadir


30.08.2005 Egilsstadir

Der Litlanesfoss unterhalb des Hengifoss Heute wollten wir, auch aufgrund schlechteren Wetters, einen ruhigen Tag einlegen und so fuhren wir nur zum Parkplatz am Fuße des Hengifoss. Von hier aus traten wir dann die Wanderung zu eben diesem an. Auch dieses Jahr bewunderten wir den auf halber Wegstrecke gelegenen Litlanesfoss mit seinen beeindruckenden Basaltsäulen. Am Hengifoss angekommen, genossen wir die Windstille, die in der kleinen Schlucht herrscht. Auf dem Rückweg bekamen wir dann wieder das unberechenbare Wetter Islands zu spüren, als uns ein Schauer "überraschte" (doch der "erfahrene" Islandreisende ist gut ausgerüstet und hat seine Regenbekleidung immer dabei). Den Nachmittag verbrachten wir ruhig im Hotel und genossen am Abend die heimelige Atmosphäre beim Abendessen im Café Nielsen.


31.08.2005 Egilsstadir - Raufarhöfn


01.09.2005 Raufarhöfn - Mývatn

Eine von kleinen Wasserläufen durchzogene Sandbank in der Jökulsa-a-Fjöllum-Schlucht Nur widerwillig trennten wir uns am nächsten Tag, und so fuhren wir nach dem Frühstück wieder weiter. Dieses Jahr verlief unsere Route allerdings nicht entlang der Küste, sondern ein Stück zurück auf eine kleine, sehr schlechte Straße. Diese führte uns über über die öxarfjardarheidi. Mehrmals waren wir froh, dass wir dieses Jahr mit einem Geländewagen unterwegs waren, denn obwohl wir keine Flüsse (nur ausgetrocknete Flussbetten) furten mussten, gab es stellenweise sehr tiefe Pfützen und oft schlammige, ausgefahrene Straßenabschnitte. So sparten wir uns viel Zeit, die wir dann für unsere Erkundungen der Ásbyrgi-Schlucht (an ihrem Ende befindet sich ein kleiner, kristallklarer See mit netten, zutraulichen Enten drauf) und des Canons Jökulsárgljúfur, mit rund 25km Länge und bis zu 120m Tiefe der längste Fluss-Canon Islands, hatten.
Am Hafragilsfoss konnten wir dieses schöne Foto von einer kleinen, von Wasseradern durchzogenen Sandbank machen. Kurze Zeit später gelangten wir zum Dettifoss, der uns dieses Jahr noch viel mächtiger vorkam als im letzten Jahr.
Auf der weiteren Fahrt sahen wir in der ferne den Herdubreid, die Königin der Berge. Bei dem Herdubreid handelt es sich um einen 1682m hohen Tafelberg mit Gipfelkrater. Er entstand während der letzten Eiszeit bei einem Ausbruch unter dem Eispanzer und ist durch den Druck verglast (ein Aufstieg ist jedoch gefährlich da die obere Schicht sehr brüchig ist und damit die Gefahr von Steinschlag besteht). Der Herdubreid ist außerdem der Nationalberg der Isländer.


02.09.2005 Mývatn


03.09.2005 Mývatn - Brú

Kieselsinter im Thermalgebiet Hveravellir Fumarol im Thermalgebiet Hveravellir Das Thermalgebiet Hveravellir liegt im Hochland eingebetet zwischen die beiden Gletscher Langjökull im Westen und Hofsjökull im Osten. Die Straße (Kjöllur-Piste) dorthin fordert allerdings auch mit einem Geländewagen allerhöchste Aufmerksamkeit, denn sie ist stellenweise sehr tief ausgefahren und sandig. Das erste Stück ist allerdings bis zu einem Wasserkraftwerk sehr gut zu befahren. Die karge, mondähnliche Landschaft wird nur durch einige Seen und Flüsse durchbrochen.
Im Hochtemperaturgebiet Hveravellir läuft man auf Holzplanken vorbei an zahlreichen blubbernden Wasserlöchern und Kieselsinterbecken. Höhepunkte sind ein eisenhaltiges Kieselsinterbecken und ein wunderschöner Fumarol. Eine Wanderung führte uns durch unwirtliche Lavafelder. Außerdem sind überall schwefelhaltige Ablagerungen zu finden.


04.09.2005 Brú - Suðureyri


05.09.2005 Suðureyri - Flókalundur

Im Westen Islands über zahlreiche Pässe und an vielen Fjorden vorbei führte uns heute die Tour zum Fjallfoss (Dynjandi). Bei der Fahrt über einen Pass gelang uns dieses Foto. Vorbei an den zwei Berghängen kann man den Fjord Dýrafjördur erkennen.


06.09.2005 Flókalundur - Stykkishólmur


07.09.2005 Stykkishólmur - Borganes

Der Snaefellsjökull Basaltsäulen bei Gerðuberg Heute hatten wir uns einiges vorgenommen. Unsere Route führte uns über den Pass am Snaefellsjökull, vorbei an den Basaltsäulen am Hof Gerduberg und den Wasserfällen Hraunfossar und Barnafoss bis den Lavahöhlen Surtshellir und Stefánshellir. Die erste Station war der Snaefellsnes, dessen magische Wirkung uns also wirklich "verzaubert" hatte. Der kleine Gletscher Snaefellsjökull wird nach Prognosen in ein paar Jahren wohl ganz verschwunden sein und dann den Blick freigeben auf den Krater des Stratovulkans Snaefellsnes.
Bei dieser Fahrt zeigte sich wieder einmal, dass man auf Island während der Fahrt immer die Augen offen halten muss. So fanden wir nämlich diese hohe Basaltsäulenwand in der Nähe des Hofes Gerduberg kurz vor dem Vulkan Eldborg, dessen Kegel gut in einem Lavafeld zu erkennen ist.
Auch dieses Jahr bewunderten wir wieder die Hraunfossar und den Barnafoss und verweilten etliche Zeit an diesem Naturschauspiel. Dieses Jahr folgten wir allerdings der Straße weiter und fuhren so lange, bis wir an das Lavafeld Hallmundarhaun kamen. Dort befinden sich die beiden Lavahöhlen Stefánshellir und Surtshellir. Die zweite ist mit 1,6km Länge Islands längste Lavahöhle. In den Höhlen lebten im 10.Jahrhundert auch Menschen. Auf dem Rückweg nach Borgarnes legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp an der Heißwasserquelle Deildartunguhver ein. Hier werden in Treibhäusern Tomaten angebaut, die man dort auch für etwas Geld aus einem kleinen Holzwagen, der direkt am Parkplatz steht, mitnehmen kann.


08.09.2005 Borganes - Keflavik

Die Blaue Lagune

09.09.2005 Abflug von Keflavik